Unser Treffen mit Rashid Karim, dem Designer vom nhow Berlin

Designer vom nhow Berlin und seine Kreation - the iIamo go

Rashid Karim ist einer der wohl produktivsten Designer unserer Zeit– mehr als 3.000 originelle Objekte und Designs hat er geschaffen. Jedes Jahr bekommt er weltweit Auszeichnungen für seine schwungvollen Kreationen.

Der in Ägypten geborene Rashid Karim wuchs in England und Kanada auf. Er schloss 1982 sein Studium als Industriedesigner ab und arbeitete bis 1984 im Studio von Rodolfo Bonetto in Mailand. Danach arbeitete er bei KAN Industrial Design, ehe er 1993 in New York sein eigenes Designbüro gründete.

Für Topmarken wie Samsung, Citibank, Hugo Boss oder Audi hat Karim anspruchsvolle Einrichtungen und High-Tech-Produkte kreiert, einige sind ausgestellt im MOMA NY und im Centre Pompidou in Paris.

Wir haben uns mit Karim getroffen, um über das von ihm designte einzigartige Interieur des nhow Berlin zu sprechen. Als Gesamtkunstwerk ist das nhow Berlin ein modernes Architektur- und Design-Highlight der Hauptstadt. Jeder der die Fotos vom nhow sieht, möchte sofort dort übernachten.

Du magst kräftige Farben wie man unschwer an Deinen Kreationen erkennen kann.

Farbe inspiriert mich und mir gefällt der Gedanke nicht, dass die Mehrheit der Welt Angst vor Farben hat und so konservativ ist.

Woher nimmst Du Deine Inspiration?

Ich bin ein Sammler, es gibt immer eine Flut an Ideen und Einflüssen, die ins Spiel kommen. Jedes Projekt hat seine eigenen Kriterien, was an sich schon inspirierend ist. Es ist tatsächlich so, je mehr Kriterien und Einschränkungen, desto kreativer kann ich sein.

Ich lasse mich auch von den vielen Ländern, die ich bereist habe, inspirieren – die Kultur, die Menschen und das Leben. Ich bin sehr leidenschaftlich, fokussiert und ständig inspiriert von der Welt, der Technologie und dem begierigen menschlichen Geist.

Meine Arbeit ist das Ergebnis meiner Visionen, der engen Zusammenarbeit mit meinen Kunden und einem starken Team von Designern, die mich unterstützen, meine Konzepte hervorzubringen.

An welches Deiner Designs erinnerst Du Dich gerne?

An alle. An die Guten, die Schlechten und die Hässlichen.

Du hast schon alles Mögliche designt von Schmuck über ergonomische Sofas bis hin zu öffentlichen Räumen.

Ich entwickle seit mehr als 30 Jahren Produkte, und Innenräume seit etwa 10 Jahren. Also, an den Inneneinrichtungen mag ich besonders die wesentlich größere Auswirkung, die sie auf die Menschen ausüben.

Ich liebe das Produkt-Design, da jedes Objekt das Potenzial hat, sich mit dem Käufer zu verbinden und ihm natürlich jeden Tag Freude zu bereiten.

Mit Hospitality-Design oder dem Design öffentlicher Räume weiß ich, dass viele Menschen Zugriff auf meine Designs haben und sie schauen sie nicht nur an, sie tauchen quasi physisch in meine Konzepte ein.

Ich habe vor kurzem mit der Gestaltung von Gebäuden begonnen. Dies ist eine unglaublich aufregende neue Seite für mich.

Was meinst Du, in welche Richtung bewegt sich Design?

Ich bevorzuge Designs, die über die Modetrends hinausgehen und bin auf der Suche nach neuen einfachen Elementen, die sich in der Techno-Organic digitalen Welt widerspiegeln.

Die Design-Welt kann manchmal etwas kurzsichtig und engstirnig sein, immer den Trends folgend. In meiner Arbeit versuche ich das Alltägliche mit einfließen zu lassen, unsere grenzenlose Welt und meine eigenen Vision zu verbinden. Dies ist eine Form von Pluralismus, die auf die heutigen menschlichen Bedürfnisse und Wünsche ausgerichtet ist.

Ich bin ich und meine Umgebung” ist ein berühmtes Zitat von Ortega y Gasset, ein Spanischer Philosoph und Visionär des 20. Jahrhunderts. Was meinst Du dazu? Glaubst Du, dass die Art und Weise wie wir unsere Städte, Häuser und Gegenstände designen, gleich Ausdruck unseres Glücks ist?

Absolut! Menschen berühren durchschnittlich 600 Objekte pro Tag. Das Potenzial dieser Objekte eine Auswirkung auf die alltäglichen menschlichen Erfahrungen auszuüben, ist sehr groß.

Ich predige darüber, wie Design die Zukunft prägt. Ich glaube, dass das Design sehr wichtig ist für unser tägliches Leben und Verhaltensweisen positiv verändern kann. Industrial-Design ist ein sozial interaktiver und verantwortlicher Prozess, der größer ist als die physikalische Form selbst. Das Ergebnis manifestiert sich in ästhetischen Formen.

Das Karimanifesto auf Deiner Webseite steht für eine poetische und emotionale Verbesserung unseres Lebens in einer besseren Zukunft. Wie kann Design uns helfen dies zu erreichen?

Design ist quasi der modus operandis, um die Gesellschaft voranzubringen.

Beim Design geht es um Erfahrung, nicht nur viszerale oder visuelle, sondern taktile, emotionale und omni-sensorische Erfahrungen. Ich versuche, das alles was ich designe, zugänglich, sinnlich, lässig und vor allem schön ist.

Aber Schönheit definiert als innere und äußere Erscheinung ist untrennbar, das heißt Funktion und materielle Form sind eins.

Die Welt zu verschönern und gut designte, provozierende, anregende und dennoch beruhigende Produkte und Umgebungen zu kreieren ist der Antrieb für alles, was ich in Angriff nehme.

Die Lobby des nhow Berlin. Die pinkfarbenen Blasen im Hintergrund? Die Rezeption!

Was gefällt Dir bei einem Aufenthalt in einem Hotel? Und warum würdest Du in jenem Hotel bei einer Deiner nächsten Reisen wieder übernachten wollen?

Ich brauche geräumige und gut geplante Zimmer – modern, minimalistisch, sauber, hell, mit schönen funktionellen Bädern. Ich liebe Orte mit schönem Wetter mit Pools auf der Dachterrasse sowie Fitnessstudios und Spas. Größer ist nicht immer besser – manchmal bieten die kleinen Boutique-Hotels einen wirklich guten persönlichen Service.

Es gibt so viele banale Gepflogenheiten in Hotels. Warum brauche ich einen großen Sessel in einem Raum, wenn er die Aussicht verdeckt oder einfach zu groß für seinen Standort ist? Ich denke, ich ordne alle Möbel in den Zimmern immer neu an.

Viele Hotels wiederholen einfach nur Trends und unschöne Details.

Das Hotel ist eine multisensorische Umgebung, das all unsere Sinne beansprucht. Karim, wie sollen sich Gäste des nhow Berlin fühlen?

Direkt an der Spree gelegen, der alten Grenze zwischen Ost-und West-Berlin, schlägt das nhow eine Brücke zwischen dem digitalen Zeitalter der Information, der lebendigen Musikkultur, und den physischen und geistigen Bedürfnissen der Besucher. An einem Projekt dieser Größenordnung in Berlin zu arbeiten war für mich eine großartige Erfahrung.

Berlin verkörpert den Geist des Untergrunds, der dunklen Schule der elektronischen Musik, des rauen dennoch intellektuellen Umfelds, der Massivität und des Wunsches nach künstlerischem Streben.

Das nhow Berlin kann man nicht beschreiben ohne über Musik zu sprechen. Warum ist der Rhythmus so wichtig?

Musik ist nicht greifbares Design. Während ich arbeite, höre ich oft Musik. Wenn ich nicht designe oder Musik auf meinem IPod höre, dann ist zumindest immer das Radio an.

Mit Musik kann ich mich konzentrieren, ich lasse mich inspirieren, träume, denke und vertiefe mich voll in meine Arbeit. Musik ist ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens.

Überall im Hotel gibt es schnell und einfach Zugang zum Internet. Nutzt Du Social Media? Und nutzt Du ein Netzwerk aktiv?

Ich bin ein digitaler Junge. Seit 1986 nutze ich Technologie beim Designen und ich habe immer an das digitale Zeitalter geglaubt.

Und natürlich nutze ich Social Media! Ich bin auf Twitter, Linkedin und seit fünf Jahren auf Facebook und auf MySpace seit acht. In der Tat, Facebook ist ein fantastisches Tool, um den Kontakt zu meinen Freunden, Journalisten, neuen Kunden und der ganzen Welt zu halten.

Hat das nhow Berlin Deine anderen Kreationen beeinflusst?

Das nhow Berlin ist so perfekt in seiner Bauweise, dass es mich in vielen meiner Projekte beeinflusst hat – und zwar immer nach dem Besten zum streben.

Das Gefühl der Ehrfurcht und Schönheit im Hotel ist wirklich spürbar und hat gewissermaßen das Design meiner künftigen Innenräume beeinflusst.

Ich freue mich, dass mir mit dem nhow Berlin ein wirklich einzigartiges, inspirierendes Projekt gelungen ist, das die Menschen zu lieben scheinen.

Ich habe gelernt, dass Design eine soziale Agenda ist, dazu bestimmt, den Menschen Freude zu bereiten, das alltägliche Leben interessanter und besser zu gestalten. Das nhow Berlin hat das erreicht.

 

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