Frohe Weihnachten weltweit

Von nicole | 12:29

 

Kolloseum in Rom

Fast überall auf der Welt wird Weihnachten oder ein vergleichbares Fest gefeiert. In jedem Land gibt es dabei besondere Bräuche und Traditionen. Einige ungewöhnlich und andere sind interessant – wir haben Euch hier eine Auswahl zusammengestellt! Wir freuen uns natürlich auch über Eure Erfahrungen in puncto besondere Weihnachtsbräuche aus Eurem Land oder von Eurer Familie. In meiner Familie? Nun ja, wir singen nach dem Essen am Heiligen Abend.

In katholischen Ländern, von Italien bis Brasilien, gibt es die traditionelle Christmette um oder kurz vor Mitternacht des Heiligen Abends. Evangelische Christen feiern am Heiligen Abend die Christvesper, üblicherweise zwischen 16 und 18 Uhr.

Im katholischen Polen beispielsweise ist Wigilia, der Heilige Abend, das wichtigste Familienfest des Jahres. Tagsüber wird traditionell gefastet, aber wenn der erste Stern leuchtet, setzt man sich mit der Familie zusammen an den festlich gedeckten Tisch. Der älteste Mann am Tisch reicht die Weihnachtsoblate. Karpfen in Biersauce, auch Borschtsch, Piroggen, Hering in Öl, Bratfisch und Fisch in Aspik gehören ebenso auf die Weihnachtstafel wie Krautgerichte und polnischer Gemüsesalat sowie viele süße Leckereien.

Wer kennt sie nicht, die Geschichten vom “Hässlichen Entlein“ oder „Der kleinen Meerjungfrau“ – die von dem berühmten dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen geschrieben worden sind. So gibt es im Dänischen Fernsehen ihm zu Ehren den „Julekalendere“, eine Weihnachtserie in 24 Teilen. Dieser ist ebenso beliebt wie der Adventskalender mit Türchen und Paketen.

In den Niederlanden findet die Bescherung schon am Nikolausabend statt, also am 5. Dezember. Was den Deutschen der Weihnachtsmann an Heiligabend, ist den Niederländern Sinterklaas, der begleitet von den „Zwarte Pieten“ (Schwarze Peter) durch die Lande reitet und Geschenke und Süßigkeiten durch den Schornstein wirft. Um den Sinterklaas gnädig zu stimmen, stellen die Kinder für sein Pferd Wasser, Heu und eine Mohrrübe bereit. Und: Der Sinterklaas kommt nicht aus dem Wald oder hoch oben vom Himmel, sondern mit dem Schiff rheinabwärts aus Spanien – schließlich ist der Heilige Nikolaus der Schutzpatron der Seeleute.

Am Strand von Ipanema in Rio de Janeiro

Die Philippinische Weihnachtszeit ist die längste der Welt. Hier kann man schon ab Mitte Oktober Weihnachtslieder im Radio hören. Auch die Läden beispielsweise in Manila beginnen mit dem Weihnachtsverkauf. Die amerikanische und spanische Kolonialzeit hat die Kultur des Inselstaates beeinflusst. So verwundert es auch kaum, dass das philippinische eine Mischung aus spanischen, amerikanischen und lokalen Traditionen darstellt. Die tatsächlichen Feiertage werden am 16. Dezember mit der “Simbang Gabi” begonnen: Neun Tage lang wird eine frühmorgendliche Messe zwischen 3 und 4.30 Uhr abgehalten, eine Tradition, die aus Spanien stammt.

Weihnachten in China ist kein offizieller Feiertag, denn die große Mehrheit der Chinesen ist buddhistisch. Dennoch wird das Fest immer beliebter. In größeren Städten wie Peking sind die Straßen festlich dekoriert. Auch sieht man hier und da einen großen Tannenbaum sowie große Ballons in Form eines Weihnachtsmannes. Eigentlich ist das chinesische Weihnachten eine Mischung aus europäischen Traditionen und dem US-amerikanischen Kitschfaktor. Einen Weihnachtsmann gibt es auch: Dieser hört auf den Namen „Shengdan Laoren“ und steckt den braven Kindern genauso wie in den USA Geschenke in zuvor aufgehängte Socken.

In den Ländern gibt es ganz unterschiedliche Traditionen, Weihnachten zu feiern. Doch es gibt hier auch einige Gemeinsamkeiten. So steht im katholisch geprägten südamerikanischen Ländern der religiöse Aspekt des Weihnachtsfestes im Vordergrund. Aber auch dort gewinnen die US-amerikanischen Sitten und Gebräuche an Einfluss. Daneben haben Traditionen aus Europa sowie aus indianischen Kulturen die Bräuche geprägt.

In Venezuela beispielsweise bringt das Jesuskind am 25. Dezember die Geschenk für die Kinder. In Kolumbien gibt es bereits das erste kleine Fest in der Nacht vom 7. auf den 8. Dezember – die Ankunft Marias. Die Kolumbianer geben Maria eine kleine Hilfe den Weg zu finden und reihen überall entlang der Wohnstraßen Teelichter auf und die Straßen verwandeln sich somit zu wahren Lichtermeeren.

An Weihnachten treffen sich auch in Nigeria die Familien, um gemeinsam zu essen und zu feiern. Ein typisches Weihnachtsessen ist in Nigeria „Iyan“, eine scharfer Gemüseeintopf. Lange Zeit war es Tradition, dass die Reichen zum „Fest der Liebe“ die Armen beschenkten. Dieser Brauch ist allerdings in weiten Teilen des Landes fast in Vergessenheit geraten.

In Äthiopien und Ägypten gilt der alte Julianische Kalender. Danach wird Weihnachten am 7. Januar gefeiert und nicht wie bei uns am 25. Dezember. Das Weihnachtsfest nennen die Äthiopier „Genna“. Am 7. Januar gehen alle frühmorgens in traditioneller weißer Kleidung in die Kirche. Gefeiert wird im Anschluss vor allem im Familienkreis.

Auch in Russland wird nach dem Julianischen Kalender gelebt und damit fällt der Weihnachtsfeiertag auf den 7. Januar. Weihnachtsgeschenke gibt es in Russland am 31. Dezember. Der Gabenbringer heißt Väterchen Frost der von der „Schneeflocke“ und „Neujahr“ (einem Jungen) begleitet wird.

Und wie und wo feiert Ihr Weihnachten?

Photo Credit: sunshinecity

Photo Credit: Leandro’s world tour

 

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