I Sold My Soul To Rock’n’Roll!

Von nicole | 13:17

Elvis Presley ist als King of Rock’n’Roll in die Geschichte eingegangen. Dabei hat er nicht nur den Rock’n’Roll „erschaffen“, sondern auch den Umgang junger Menschen mit Musik grundlegend verändert: Bevor Elvis die Musikszene eroberte, hörten junge Leute im Prinzip dieselbe Musik wie ihre Eltern und auch Partys waren eher lahme Veranstaltungen. Doch dann revolutionierte Elvis die Gesellschaft mit seinen rhythmischen Moves und seinen Songtexten. Heute gilt er vielen als soft, doch in den 50er Jahren sorgte Elvis für Furore.

Rock’n’Roll war das Sinnbild einer ganzen Generation – nach dem Zweiten Weltkrieg interessierten sich die Kinder des Babybooms nicht länger für den Familienbetrieb, sondern stellten lieber selbst etwas auf die Beine. Elvis und die Rockmusik machten der Welt als Erste klar, dass es in Ordnung ist, Spaß zu haben und seine Sorgen einfach „wegzutanzen“. Erst seit dieser Zeit hat jedes Jahrzehnt seine eigene Musik, seine eigene Mode und sogar eine eigene Lebenseinstellung.

Wie bei jeder Veränderung hielt die ältere Generation auch Rock’n’Roll für eine Bedrohung, die einen sehr schlechten Einfluss auf die Jugend habe. Allerdings sorgten ihre Bemühungen, die Popularität von Rock’n’Roll einzudämmen, nur dafür, dass er noch beliebter wurde. Wer seinen Kindern zum Beispiel das Album „His Hand in Mine“ verbot, konnte sicher sein, dass es danach umso spannender für den Nachwuchs war!

Doch Rock’n’Roll veränderte nicht nur die Musik – sondern auch die Sprache und die abendlichen Verabredungen. Mädchen gingen jetzt ohne Anstandsbegleitung aus und hatten, bestärkt durch Musicalheldinnen wie Rizzo aus Grease, plötzlich keine Scheu mehr, Jungs auch mal selbst zum Tanzen aufzufordern. Rock brachte die Leute einfach dazu, offen ihre Meinung zu sagen.

Elvis’ Musik hätte es wohl so nie gegeben, wenn er nicht eine so fürsorgliche Mutter gehabt hätte, die ihren Sohn immer im Auge behielt. So wünschte sich Elvis zu seinem elften Geburtstag entweder ein Gewehr oder ein Fahrrad, bekam jedoch von seiner Mutter eine Gitarre für 7 Dollar geschenkt.

 

 

Als Elvis anfing, darauf zu spielen, zog ihn die Musik sofort in ihren Bann, doch dieser Zauber übertrug sich noch nicht auf sein Umfeld. Er probierte neue Sounds und Beats aus und kombinierte Elemente aus Blues, Jazz und vielen anderen amerikanischen Musikrichtungen. Als Kind wurde Elvis jedoch von seinen Mitschülern gehänselt (sie nannten ihn Muttersöhnchen) und von seinen Musiklehrern nicht weiter beachtet.

Auf der Highschool sagte ihm eine Lehrerin sogar, dass er kein Talent für Musik habe. Elvis ging nach Hause und übte noch fleißiger als zuvor, um ihr das Gegenteil zu beweisen – was ihm auch gelang. Später – nach Elvis’ überwältigendem Erfolg – räumte die Musiklehrerin ein, dass sie diese neue Musik damals einfach noch nicht würdigen konnte.

Mit der Zeit verfeinerte Elvis seinen Stil immer mehr und passte auch sein Äußeres seinen Songs an. Es war die Zeit der harten Jungs in Lederjacken – Typen wie Marlon Brando oder die Gangs aus Grease, die ihre Umgebung mit ihren knatternden, schnellen Bikes terrorisierten. Elvis ließ sich Koteletten wachsen und schmierte sich Pomade ins Haar. Am Anfang brachte das seine Mitschüler noch zum Lachen, doch bald darauf übernahm eine ganze Generation diesen Look.

Elvis war anfangs recht schüchtern und scheute sich, vor Publikum zu spielen, doch schließlich nahm er allen Mut zusammen und machte an seiner Highschool bei einem Talentwettbewerb für Unterhaltungsmusik (sogenannte Minstrel-Show) mit. Für seinen frechen, gewagten Auftritt wurde er von den Mitschülern gefeiert. Ermutigt durch seine plötzliche Popularität ging Elvis 1953 zu Sun Records, um ein paar Songs aufzunehmen.

Eigentlich wollte er nur ein paar Aufnahmen machen, als Geschenk für seine Mutter, wie er angeblich im Studio erzählte. Allerdings konnte man solche Aufnahmen in Memphis anderswo billiger bekommen – Elvis wollte entdeckt werden! Und als ihn die Assistentin des Studioinhabers fragte, wie welcher Interpret er klänge, konterte Elvis: „wie niemand sonst“. Trotz seines großen Könnens hat der King nie eine musikalische Ausbildung erhalten, er war einfach der geborene Rock’n’Roller.

Trotzdem wurde Elvis erst nach und nach bekannter, denn er konnte mit seinen Studioaufnahmen alter Klassiker nicht überzeugen und musste sich seinen Lebensunterhalt als LKW-Fahrer verdienen. Doch eines Tages wendete sich das Blatt: Sun Records brauchte einen Sänger und bestellte Elvis ins Studio.

Die Aufnahme lief nicht besonders gut und die Session war gerade zu Ende, als sich Elvis seine Gitarre schnappte und eine ziemlich ungewöhnliche Freestyle-Variante des Songs „That’s All Right Mama“ anstimmte. Die anderen Studiomusiker machten mit und der Manager von Sun Records war völlig begeistert vom frenetischen Sound der heißen, eingängigen Rhythmen. Anders als die Musiklehrerin erkannte der Manager Elvis’ riesiges Talent – auch wenn er keine Ausbildung hatte. Also nahm er ihn unter Vertrag … und machte die Welt damit für immer reicher.

Bildnachweis: Thuany Gabriela

Aus dem Englischen adaptiert.

 

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