Salzburg und Mozart – eine ungewöhnliche Liebe

Von nicole | 18:01

Mozart gilt als einer der bedeutendsten Komponisten aller Zeiten

Wolfgang Amadeus Mozart kam 1756 an einem kalten Januarmorgen im eigenständigen Fürsterzbistum Salzburg zur Welt. Zu dieser Zeit stellte die Kunst aus dem benachbarten Österreich für sämtliche Königshäuser, vom Londoner St. James’s Palace bis zum Sankt Petersburger Winterpalast, ein Objekt der Begierde dar – sie wetteiferten sogar um die größten Künstler und wollten als königliche Kunstmäzene in die Geschichte eingehen.

Mozarts Vater Leopold war Mitglied der erzbischöflichen Hofkapelle Salzburgs und wenn ihm auch die ganz große Begabung fehlte, so war er wohl zumindest ein sehr guter Lehrer: Die von ihm verfasste Violinschule war ein Standardwerk für viele Musiker seiner Zeit. Nach Mozarts Geburt bat Leopold um Entlassung, um sich ganz seinem jüngsten Sohn widmen zu können.

Musik bestimmte Mozarts Leben von Anfang an und so konnte er schon mit drei Jahren Klavier spielen. Mit fünf spielte Mozart nicht nur Klavier, Geige und viele weitere Streichinstrumente, sondern komponierte bereits Menuette und andere Werke, die seinen Vater in Erstaunen versetzten. Dieser wollte die Welt schließlich an der außerordentlichen Begabung seines Sohnes teilhaben lassen.

So gingen sie auf Reisen und es dauerte über zehn Jahre bis zu ihrer Rückkehr. In dieser Zeit entstanden viele weitere Kompositionen. Seine erste Symphonie komponierte Mozart in London, als Protegé König Georgs III., wo er auch mit Johann Christian Bach zusammentraf, der großen Einfluss auf Mozart hatte. In Paris war Mozart Gast am Hof von Versailles. Es war die Zeit Ludwigs XV. und seiner Mätresse Madame de Pompadour. Sie war als Kunstliebhaberin, aber auch für ihre hochmütige Art bekannt und führte sich auf „wie eine Kaiserin“, wie Leopold zu sagen pflegte. So lehnte es die Herzogin ab, dem Wunderkind nach seiner umjubelten ersten Darbietung ein „Busserl“ zu geben, weil sie fürchtete, der Junge könne ihr Kleid beschmutzen.

 

 

Anschließend reisten die Mozarts weiter nach Italien, wo „Wolferl“ gerade einmal 14-jährig in die Philharmonische Akademie zu Bologna – die renommierteste Akademie Europas – aufgenommen wurde. Eigentlich war eine Aufnahme erst ab 20 Jahren möglich, doch Mozart war zu dieser Zeit bereits eine Berühmtheit. Hier entstand seine beliebte Motette „Exsultate, jubilate“. Hier begann er auch, Klavierkonzerte mit verbundenen Augen zu geben, wodurch sein Publikum noch mehr in Verzückung geriet.

1773 kehrte die Familie nach Salzburg zurück, allerdings nur für kurze Zeit. Mozart genoss seine Popularität in seiner Geburtsstadt, doch die übergroße Aufmerksamkeit hielt ihn vom Komponieren ab. Zudem war der Fürsterzbischof äußerst geizig und zahlte ihm nur einen verschwindend geringen Lohn. Trotz allem bewahrte sich Mozart seine Liebe zur Musik und komponierte unentwegt. Zu dieser Zeit entstanden viele seiner großen liturgischen Werke und seine bekannten fünf Violinkonzerte, die heute zu den Klassikern der Geigenliteratur zählen.

Wer das Salzburg von Mozart kennenlernen möchte, ist im NH Salzburg City genau am richtigen Ort: im Zentrum von Mozarts Leben und Schaffen. Der Komponist zählt zu den großen Salzburger Touristenattraktionen und die Stadt weiß ihren berühmten Sohn umfassend zu würdigen. Doch Salzburg hat noch sehr viel mehr zu bieten, wie das imposante Schloss Mirabell mit dem Mirabellgarten oder auch die zahlreichen Straßen und Plätze im neoklassizistischen Stil, mit ihren blumengeschmückten Kaffeehäusern und Sonnenterrassen. Das ganze Jahr über finden hier zudem zahlreiche Musikfestivals statt. Vielleicht lässt sich ein Städtetrip in die Mozartstadt ja mit einem Festivalbesuch verbinden – es lohnt sich auf jeden Fall!

Mozart’s Geburtshaus und heute Museum in Salzburg

Nach einer letzten heftigen Auseinandersetzung mit dem Erzbischof verließ Mozart seine Geburtsstadt und zog nach Wien, wo er bis zu seinem Tode blieb. Dort begegnete er den bedeutendsten Komponisten seiner Zeit, darunter Joseph Haydn – und er verliebte sich, heiratete und bekam mit seiner Frau Constanze sechs Kinder.

Mozart verbrachte viele Jahre am kaiserlichen Hofe, wo er sich mit ungebremster Schaffenskraft insbesondere auf die Oper konzentrierte. 1786 entstand Die Hochzeit des Figaro, ein Jahr später Don Giovanni, zwei von großem Erfolg gekrönte Werke.

Die Familie pflegte nun einen ausschweifenden Lebensstil, ohne je Geld zurückzulegen. Doch dann brach der Krieg mit dem Osmanischen Reich aus und Konzertaufführungen wurden rar. So verarmte die Familie wieder und fand nie zum früheren Reichtum zurück.

Trotz dieser Widrigkeiten komponierte Mozart bis zum letzten Atemzug. 1791, nur wenige Monate vor seinem Tod, wurde Die Zauberflöte uraufgeführt. Mozarts Tod selbst bleibt ein Mysterium. Ähnlich wie bei Marilyn Monroe ranken sich viele Legenden darum, zum Beispiel, dass Mozart von einem Rivalen mit Quecksilber vergiftet wurde.

Mozarts Einfluss verstärkte sich nach seinem Tode noch und nicht nur seine Zuhörerschaft, sondern auch zeitgenössische Musiker und Künstler rühmten sein Werk. So soll Haydn gegenüber Mozarts Vater geäußert haben, dass das Wunderkind der bedeutendste aller Komponisten gewesen sei, die ihm persönlich oder namentlich bekannt seien. Auch Beethoven war ein Verehrer Mozarts und der große deutsche Romantiker E. T. A. Hoffmann bemerkte, dass Mozarts Werk etwas ausdrückt, was sich nicht annähernd in Worte fassen lässt.

Bildnachweis: AntoniO BovinO

Aus dem Englischen adaptiert.
 

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