NH Hoteles hilft beim Aufbau einer Hotelschule in Äthiopien

Von nicole | 10:22

 

Heute lernen wir eine ganz besondere Abenteurerin kennen, die mit NH Hoteles und der Nichtregierungsorganisation Manos Unidas nach Afrika gegangen ist, um den Menschen vor Ort zu helfen. 

Ada Pérez kam 1997 als Trainee zu NH Hoteles. Da war sie erst 18 Jahre alt. Nach ihrer Traineezeit arbeitete sie als Empfangsmitarbeiterin in verschiedenen Hotels. Heute ist Ada Front-Desk Managerin im NH Les Corts in Barcelona. Im Rahmen unseres Hilfsprogramms „Up! for Volunteering“ bekamen Ada und ihr Kollege Giovanni das Angebot, im November 2011 nach Äthiopien zu gehen und – in Zusammenarbeit mit der NGO Manos Unidas – die Hotelschule Agoro Lodge in der nordäthiopischen Region Tigray mit aufzubauen. Das Projekt Learning at Tigray war ein ehrgeiziges Corporate-Volunteering-Projekt. Ziel dieses betrieblichen Freiwilligenprogramms war es, hilfebedürftige Menschen vor Ort zu beraten und zu schulen. Am Ende sollten sie in der Lage sein, mit dem richtigen Know-how ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten und damit auch zu mehr Wohlstand in ihrem Umfeld beizutragen.

Netterweise hat uns Ada vor kurzem ein exklusives Interview über ihre Zeit in Afrika gegeben und uns von ihren unvergesslichen Erlebnissen in Tigray erzählt!

Ada beim Training mit dem Manager Desta

Eines Tages fragte mich mein Vorgesetzter, ob ich nicht an einem Corporate-Volunteering-Projekt mit einer NGO in Äthiopien teilnehmen wollte. Natürlich habe ich sofort ja gesagt, obwohl ich da noch gar nicht wusste, was genau ich dort machen sollte. Nachdem NH meine Bewerbung für das Projekt zugelassen hatte, gab es mehrere Telefoninterviews mit NH und Manos Unidas. Ich musste auch einen Businessplan erstellen. Am Ende durfte ich dann wirklich mitmachen. Ich konnte es kaum glauben!

Und was hast du dort so alles erlebt? Was hat dich am meisten beeindruckt? Gibt es etwas, woran du dich besonders gern erinnerst? Was hast du den Leuten vor Ort denn beigebracht? Und was hast du von ihnen gelernt?

Ich habe das erste Mal an so einem betrieblichen Volunteering-Projekt teilgenommen und ich war auch vorher noch nicht in Afrika gewesen. Ziemlich viel Neues auf einmal also! Gleich bei meiner Ankunft hat mich die große Freundlichkeit der Leute überrascht. Sie lächeln die ganze Zeit. Wirklich jeder, dem man begegnet! Das sind sehr glückliche Menschen – echt beneidenswert!

Wir haben dort einen Monat lang mit Teresa und Penny zusammengearbeitet, zwei supernetten Freiwilligen von Manos Unidas in Madrid, und noch mit anderen tollen Kollegen. Es gab sehr viel zu tun, weil wir ein paar Probleme in der Lodge und mit den Computeranwendungen hatten, mit denen wir die Leute vertraut machen sollten … So mussten wir uns die Zeit also möglichst gut einteilen, um in dem einen Monat so viel wie eben möglich zu schaffen. Es hat viel Spaß gemacht, mit den Mädels aus den verschiedenen Abteilungen zu arbeiten und mein Hotelfachwissen an sie weiterzugeben. Das Beste daran war, ihre Entwicklung zu verfolgen, zu sehen, wie sie mit jedem Tag besser wurden. Das gehörte für mich zu den erfüllendsten Erfahrungen überhaupt.

Beeindruckt hat mich vor allem die offene Art der Leute, wenn sie mit einem sprechen: Sie sehen dir direkt in die Augen und sagen ganz offen, was sie bewegt. Überhaupt reden sie viel miteinander, tanzen und lachen. Sie nutzen jede Situation und lernen daraus. Und die Kaffeezeremonie ist ein echtes Highlight. Die muss man wirklich einmal erlebt haben!

Beigebracht habe ich den Leuten eigentlich alles, was ging: wie man in einem Hotel arbeitet, wie Gästebetreuung und Service funktionieren, was Teamwork bedeutet. Das alles haben wir in Lern- oder Rollenspiele verpackt, also echte Situationen nachgespielt, um mögliche Lösungsansätze zu vermitteln. Dafür, dass die Teilnehmerinnen vorher noch nie im Tourismus tätig waren, lief das alles ziemlich gut, weil alle sehr interessiert und motiviert waren.

Von den Äthiopiern habe ich am ehesten Bescheidenheit und Demut gelernt. Mein Aufenthalt hat mich innerlich reicher gemacht und ich kann heute die kleinen Dinge des Lebens viel mehr wertschätzen – die ich vorher vielleicht nicht wirklich registriert habe.

Nie vergessen werde ich wohl meinen letzten Tag in Äthiopien: Eins der Zimmermädchen schenkte mir ein Armband, an dem sie sehr hing. Ich weiß nicht, wie lange sie gespart hatte, um es zu kaufen, aber sie schenkte es mir, und daran werde ich immer denken. Ich sagte ihr unter Tränen, dass ich sie nie vergessen würde und dass sie mir nichts schenken müsste. Aber sie bestand darauf und seitdem trage ich das Armband jeden Tag.

Ada mit der Crew von Agoro Lodge

Warum ist das Projekt deiner Meinung nach wichtig?

NH Hoteles war zum ersten Mal Partner in einem Corporate-Volunteering-Projekt im Bereich Entwicklungszusammenarbeit und das war eine bahnbrechende, brillante Entscheidung. Mitarbeiter, die daran teilnehmen durften, können sich wirklich glücklich schätzen. Die beiden Projektpartner in Madrid und die Helfer vor Ort wie ich haben all ihr Wissen, ihr Engagement und ihre Leidenschaft in den Aufbau der Hotelschule gesteckt. Wir haben viel investiert und können uns jetzt über das tolle Ergebnis freuen.

Warum würdest du jemandem den Besuch der Agoro Lodge empfehlen?

Das Leben in Äthiopien ist nicht einfach, schon gar nicht für die Frauen. Alle Mitarbeiter sind sehr motiviert und wollen unbedingt zeigen, was sie können. Und – was das Beste ist – sie machen ihre Arbeit wirklich gern!

Ich kann einen Besuch der Lodge daher absolut empfehlen. Man kann einfach mal abschalten, die spektakuläre Aussicht auf der Terrasse genießen (sie wurde von ortsansässigen Handwerkern gebaut) oder auch das leckere Essen von Küchenchefin Timnit und ihrem Team probieren. Außerdem gibt es in der Umgebung auch einige Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten. Der Ort eignet sich perfekt für Trekking, aber zum Beispiel auch für die Besichtigung von Kirchen: Nicht weit von der Lodge entfernt gibt es ein paar wunderschöne Felsenkirchen, die direkt in den Stein gehauen wurden (Rock Hewn Churches).

Und wer noch nie in Afrika war, so wie ich damals, wird es lieben, sobald er afrikanischen Boden betritt: die Düfte, die Farben, die Klänge, die Leute … alles ist irgendwie besonders. Und es ist wirklich erstaunlich, wie glücklich die Menschen dort sind – gerade die Kinder ziehen einen mit ihrem Lächeln total in ihren Bann …

Das „Learning at Tigray“-Projekt wurde Ende 2011 für den Codespa-Award nominiert und ist jetzt im Casebook der Codespa Foundation aufgeführt. Das Buch enthält Fallstudien zu Unternehmen, die verschiedene Herausforderungen bei der Planung, Durchführung und Weiterentwicklung von betrieblichen Freiwilligenprojekten in der Entwicklungshilfe erfolgreich bewältigt haben.

NH Hoteles wird auch weiterhin mit Manos Unidas zusammenarbeiten und ebenso weitere Hilfsprojekte der AECID (Spanische Agentur für Internationale Kooperation und Entwicklung) unterstützen.

Mehr über Giovannis und Adas Erlebnisse in Tigray findet ihr in ihrem Blog Learning at Tigray!

 

Aus dem Emglischen übersetzt.

 

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