Herbstzeit ist Kürbiszeit…

 

Lange Zeit war er noch gar nicht besonders populär in unseren Breitengraden. Als Kind lernte ich ihn in amerikanischen Spielfilmen kennen – ausgehöhlt mit einem eingeschnitzten Gesicht und einer Kerze in der Mitte. Aber wo kommt der Kürbis eigentlich her und warum ist er auf einmal in “aller Munde”? Kolumbus war es, der ihn  zu uns nach Europa gebracht hat. Er existiert allerdings schon seit 8.000 – 10.000 v. Christus und stammt aus der Gegend von Mexiko und dem Süden der USA.

Das Typische am Kürbis ist seine orange Farbe, tatsächlich gibt es  ihn jedoch auch in gelb, weiß oder sogar grün. Die orange Farbe ist allerdings die prägnanteste, denn außer bei Möhren und Orangen findet man selten so ein tiefes Orange in der Küche…dementsprechend gefärbt sind dann allerdings auch zumeist die Hände nach der Bearbeitung desselbigen. Es gibt Sommerkürbisse, die unreif geerntet werden und Winterkürbisse, die im reifen Zustand in den Kochtopf kommen. Zierkürbisse sind momentan auch sehr beliebt, sie dürfen nicht gegessen werden und dienen nur als Dekomaterial (aber Achtung: sie fangen nach einiger Zeit an zu stinken).

Kürbisse sind wahre kulinarische Alleskönner: ob gebraten, gekocht, gegrillt, als Auflauf, Suppe oder Kuchen  sie schmecken immer und sind dazu auch noch sehr gesund!

Jetzt steht ja wieder einmal Halloween vor der Tür und damit auch die Frage, ob ein Kürbis zum traditionellen Aushöhlen gekauft werden soll. Ich möchte gerne einen Kürbis für Halloween vorbereiten.  Nur wie kriege ich nun eigentlich ein Gesicht in so ein Riesending geschnitzt? Und schaffe ich es überhaupt alleine, mit einem so wuchtigen Gemüse umzugehen? Beim Zubereiten der Kürbissuppe habe ich mir zum Beispiel schon des Öfteren Verletzungen zugezogen (es ist äußerst schmerzhaft, sich versehentlich Kürbis unter die Fingernagelhaut zu schieben).

Bei meiner Recherche habe ich dieses hilfreiche Video, das zugleich auch eine Gebrauchsanweisung für das Schnitzen eines Kürbisgesichtes ist, gefunden.

Warum schneidet man eigentlich eine Fratze in einen Kürbis?

Das leuchtende Kürbisgesicht geht auf einen irischen (keltischen) Brauch zurück (in englischer Sprache nennt man übrigens den Kürbiskopf auch Jack O’Lantern). Man nimmt an, dass der Kürbis böse Geister vom Haus fernhalten sollte, daher auch das Aufstellen vor der Haustür oder im Fenster. Selbstverständlich muss das Gesicht daher möglichst gruselig und abschreckend aussehen.

Kürbisse und Halloween gehören für uns zusammen wie Bratäpfel und Advent – und mittlerweile ist auch die nordamerikanische Tradition zu uns übergeschwappt, dass Kinder an Halloween von Haus zu Haus gehen und mit „Süßes oder Saures“ (englisch „Trick or Treat“ – Streich oder Leckerbissen‘) die Bewohner auffordern, ihnen Süßigkeiten zu geben, weil sie ihnen sonst Streiche spielen. Noch beliebter sind Halloweenparties, zu denen sich Kinder wie Erwachsene schaurig verkleiden – oft auch als Kürbisse.

Jedoch nicht nur in der Küche oder an Halloween sind Kürbisse beliebt. Das Gemüse wird u.a. sogar zum Kürbisweitwurf benutzt, hat einen Platz im Guinness Buch der Rekorde gefunden (Züchtung des größten Kürbisses: Rekord 821 kg in 2010) und ist bei vielen Erntedank- und Herbstmessen oder -Ausstellung mit von der Partie.

Kürzlich wurde sogar bekannt, dass ein Kürbis illegalerweise als Wurfgeschoss benutzt wurde.

Zum Abschluss darf ein gutes Kürbissuppenrezept nicht fehlen.

Viel Spaß beim Schnitzen, Kochen, Essen und Verkleiden!

Photo credits: 1) M.Rechau, 2) gregjordan
 

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