Der Koffer – treuer Freund und Wegbegleiter

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Der Koffer, er ist ein fester Wegbegleiter auf allen unseren Reisen. Es gibt ihn in den unterschiedlichsten Formen und Materialien, altmodisch mit Griff und ohne Rollen, mit 2 Rollen, mit 4 Rollen, als Rolltasche oder als Rucksack (der Koffer der Individualreisenden) aus Leder, Aluminium oder Synthetikmaterial.

Der Koffer blickt auf eine lange Geschichte zurück. Abgeleitet von dem arabischen Wort “Guffa”, das zu französisch “Coffre” und dann zu “Koffer” wurde, bezeichnet es ein Behältnis für den Transport von Gegenständen. Angefangen hat alles mit Reisekisten aus (vulkanisiertem) Holz, man erinnere sich nur an Filme wie Titanic, wo schwere Kisten auf das Schiff verladen wurden. In der Tat gab es derartige Reiseholzkisten aber bereits im Mittelalter.

Die meisten von uns packen ihn, wenn sie auf Reisen gehen. Es werden  aber auch Koffer/Tasche für den Tag der Entbindung oder den Krankenhaus- oder Kuraufenthalt gepackt. Auch beim Umzug dürfen Koffer nicht fehlen. Der Koffer hat auch eine tragische Komponente. Trennt sich ein Paar, heißt es nicht selten „Er hat seine Koffer gepackt“. Kurz gesagt der Koffer ist ein flexibles Transportgerät, das einem bei häufiger Nutzung durchaus ans Herz wachsen kann. Fraglich ist, ob es der Koffer an sich ist oder nicht eher der Inhalt. Man bedenke die zahlreichen enttäuschten Touristen, die reklamieren, dass ihr Koffer nicht auf dem Rollband angekommen ist und entweder zu einem anderen Bestimmungsort geflogen oder unauffindbar ist oder sogar gestohlen wurden.

Aber nicht nur in Bezug auf Reisen ist der Koffer ein treuer, verlässlicher Partner, so kennen wir ihn auch als Schminkkoffer, Werkzeugkoffer, Pilotenkoffer, Arztkoffer, Moderationskoffer, Erste Hilfe oder Notfallkoffer, Spielzeugkoffer, Roulettekoffer, Geigenkoffer, Besteckkoffer oder Aktenkoffer. Die Polizei nutzt für ihre Arbeit einen Spurensicherungskoffer. Aus dem Fernsehen kennen wir den Geldkoffer für Lösegeldübergaben oder den Sprengstoff- oder Bombenkoffer. Biker kennen und schätzen ihren Motorradkoffer. Schmuggler nutzen Koffer, um verbotene Waren zu befördern. Gelegentlich werden heutzutage auch herrenlose Koffer in öffentlichen Plätzen gesprengt. Das Fundbüro versteigert nicht abgeholte Koffer.

Ich bin als Kind sogar noch bepackt mit einem kleinen Koffer, dessen Inhalt sich auf ein Pausenbrot beschränkte,  in den Kindergarten gegangen. Meine Geschwister und ich hatten auch einen kleinen Arztkoffer, um unsere Puppen und Kuscheltiere verarzten zu können. Heute haben Kinder schon ihre eigenen kleinen bunt verzierten Hello Kitty oder Bob der Baumeister Koffer oder neudeutsch “Trolleys”, die sie stolz und selbstbewusst hinter sich herziehen. Und wer hat eigentlich noch nie das Spiel „Ich packe meinen Koffer und nehme xyz mit…“ gespielt?

Tja, in solch einem Koffer schleppen wir ja oft eine Miniatursammlung unseres Lebens mit uns herum, abhängig von der Art unseres Urlaubs. Sommerurlaub = Miniausgabe unserer Garderobe, Schminkkoffer = abgespeckte Variante des häuslichen Kosmetiksortiments. Da tut es schon weh, wenn er auf einmal weg ist.

Irgendwie sind alle Koffer auch Ausdruck, Marken- oder  Erkennungszeichen Ihrer Eigentümer. Dies macht sich durch Farbe, Form, Material und persönliche Kennzeichnung bemerkbar, aber auch das Innenleben eines Koffers kann variieren: so kann ein Aktenkoffer penibel aufgeräumt oder ein kreativ chaotisches Inneres offenbaren. Manche Menschen leben auch aus dem Koffer: Stars, vielfliegende Manager, Piloten, Stewardessen etc…andere haben all Ihr Hab und Gut in nur einem Koffer…

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Die meisten Koffer besitzen ein Schloss, was nicht weiter überrascht, da jeder sein Eigentum schützen möchte. In Zeiten von elektronischen Sicherheitsdurchleuchtungsmaschinen auf Flughäfen muss man sich allerdings fragen, ob es Sinn macht, seinen Koffer auf Reisen überhaupt noch abzuschließen. Im schlimmsten Fall wird das Schloss nämlich von den Sicherheitsbeamten aufgebrochen, falls verdächtige Gegenstände im Koffer vermutet werden. So schon des Öfteren geschehen in den USA und daher wird bei Reisen dorthin davon abgeraten den Koffer zu verschließen. Ich reise seit Langem mit unabgeschlossenem Koffer und es ist noch nie etwas passiert.

Ratsam ist es auch einen großen Zettel mit einer Kontakttelefonnummer oder E-Mail Adresse obenauf in den Koffer zu legen, falls er abhanden kommt oder nicht mehr zuzuordnen ist (z.B. aufgrund eines abgerissenen Namensschildes) und deshalb vom Flughafenpersonal geöffnet wird auf der Suche nach Indizien, die zum rechtmäßigen Besitzer führen.

Eines ist aber klar: Der Koffer ist DAS Reisesymbol schlechthin. Wir assoziieren mit ihm Bewegung, Transport, Veränderung und vielleicht auch Freiheit. Er ist eine Institution. So schnell wird er nicht aussterben, sondern uns noch eine Weile auf vielen Wegen in unserem Leben begleiten.

Photo Credits:
Photo1: by lindajd
Photo2: by petr0
 
  • geschrieben von Tatiana | 20 August 2011, 03:13,

    Hallo Marion, du hast Recht!

    Unser Koffer ist wie eine Freundin, eine Mutter, ein mobiles Haus mit vollenden Geschichten….

    Bewegung, Transport, Veränderung und auch Freiheit, perfekt!! 😉

     
  • geschrieben von Petra | 26 August 2011, 09:45,

    Mein Koffer ist mein langjährigster Begleiter 😉

     

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