Bunt, bunter, Holland

Von nicole | 10:00

Windmühlen, Wohnwagen, Goudakäse, all das verbindet man mit Holland. Doch am  beeindruckendsten sind wohl momentan die unvergleichlichen Tulpenfelder. Die Schönheit der weiten Blumenfelder und das einmalige Farbenmeer machen die Tulpenblüte in Holland zu einem einmaligem Erlebnis. In Europa ist sie nicht umsonst die erfolgreichste Schnittblume nach der Rose.

Bildquelle: Allie_Caulfield / flickr.com

Doch ihren Ursprung findet die Tulpe nicht in Holland oder Mitteleuropa, sondern im 5000 km entfernten Zentral-Asien.  Dort sind vor mehr als 500 Jahren die ersten Wildtulpen gewachsen, denen eine mystische und spirituelle Wirkung nachgesagt wurde. Sie galten als heilig und boten Kriegern und Königen Schutz und Beistand bei Schlachten und Feindschaften.  

In Persien jedoch, wurden wildwachsende Tulpen als Liebesbeweis verschenkt. Noch heute gilt die Tulpe in der Türkei als Nationalblume und symbolisiert Fruchtbarkeit und Leben. Der Name Tulpe geht auf das persische Wort „Tülbent“ zurück, was damals eine türkische dem Turban ähnliche Kopfbedeckung war. Daraus entstand die Bezeichnung Tulpe.

Doch wie kam die Tulpe zu den Windmühlen? Der Franzose Charles de L’Écluse brachte sie 1593 das erste Mal nach Europa. Er wiederum hat die Zwiebeln vom österreichischen Botschafter Ogier Ghislain de Busbecq, der  für die Gärten des Kaisers Ferdinand I verantwortlich war. Die Beliebtheit und Nachfrage der Tulpe entwickelten sich unaufhörlich. Sie wurde zur sogenannten Modepflanze und galt kurz darauf bereits als Statussymbol. Was heute der Ferrari vor der Tür, das Ferienhaus an der Costa Brava oder die Yacht an der Côte d’Azur ist, war damals die Tulpe. Heute spricht man vom Flash-Mob, Harlem Shake oder Smartphone-Boom, damals vom regelrechten Tulpenwahn. In den Jahren 1633 bis 1637 wurden Tulpen immer wertvoller und mit der  hundertfachen Menge Gold gehandelt. Sogar der Maler Rembrandt ließ sich zu seiner Zeit von der sogenannten „Tulpomanie“ anstecken. Für eine einzige  Zwiebelsorte namens „Vizekönig“ war ein damaliger Käufer bereit, 24 Wagenladungen Korn, vier Kühe, acht Schweine, vier Fässer Bier, 1000 Pfund Butter und mehrere Tonnen Käse zu bezahlen. Dieser regelrechte Wahnsinn nahm ein schnelles Ende und so war die Tulpe – als das Angebot irgendwann größer war als die Nachfrage – kurzerhand nichts mehr wert.  Der Wahnsinn wurde beendet aber das Geschäft mit den Tulpen ging weiter. Holland profitierte von der Berühmtheit der Tulpe und so interessierte sich auch der internationale Markt für die wertvollen Zwiebeln.  Der türkische Sultan Ahmed III ließ Tausende importieren und so kehrte die Tulpe in ihre Heimat zurück (mehr dazu hier).

Im 2. Weltkrieg galt die Tulpe auf eine ungewollte andere Art und Weise als wertvoll und kostbar. Die Zwiebel wurde gebraten und bewahrte so Tausende vor dem Hungertod. Nach dem Krieg widmete man 1956 der Tulpe ein Lied, das von vielen weiteren Künstlern gesunden wurde. Die „Tulpen aus Amsterdam“ von Max Bygraves gingen um die Welt.

 

Heute ist die Niederlande der größte Blumen-Exporteur und verantwortet 80% des Tulpenhandels weltweit. Guten Absatz finden die Tulpen vor allem in den USA, Westeuropa aber auch China und Japan. Mit mittlerweile mehr als 5000 Tulpenarten ist die Reise in das größte Blumenmeer der Welt sicherlich eine Reise wert.  Bestaunen kann man die einzigartigen Blumenfelder von Ende März bis zur zweiten Maiwoche. Mit dem Fahrrad durch die Tulpenfelder fahren. Warum eigentlich nicht? Falls ihr noch nichts vorhabt, wir haben ein paar tolle Frühlingsangebote. Schaut hier vorbei!

 

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