Bike Sharing: ökonomisch und umweltverträglich

StadtRAD_Hamburg_Fahrradverleihstation_2011-03-16

In vielen Städten, nicht nur in  Europa, sondern vor allem auch in China und Japan, ist das Fahrrad die beste Möglichkeit sich fortzubewegen. Nicht nur die Niederländer schätzen ihr „Fiets“ in vielen Situationen des Alltags.

Der traditionelle Fahrradverleih ist uns allen schon seit längerem bekannt und wird meist für Touristen durch Fahrradläden oder Hotels angeboten und ist oft mit Angeboten zu Stadtführungen oder Ausflugstouren verbunden.

In den letzten Jahren hat sich eine neue Variante des Fahrradverleihs, das sog. „Bike Sharing“ entwickelt. Dies ist ein Fahrradverleih, bei dem man selbständig ein Fahrrad an einer Selbstbedienungsstation ausleihen kann. Das System wird sowohl von Stadtverwaltungen, privaten Anbietern als auch der Deutschen Bahn erfolgreich angeboten. Immer mehr Großstadtbewohner haben kein Auto mehr, aber auch viele Touristen, die in ihren Heimatstädten so gut wie nie dazu kommen Fahrrad zu fahren, nutzen diesen neuen Service.

Vorteile des Selbstbedienungsnetzes sind vor allem: das Zurücklegen kurzer Strecken auf umweltfreundliche, platzsparende und schadstofffreie Art. Es ist eine preiswerte und leise Alternative zum zunehmenden Autoverkehr und reduziert die Anzahl der Fahrzeuge auf der Straße. Man muss kein Parkticket ziehen, die oft nervige Parkplatzsuche in Orten wie z.B. Florenz oder Rom, wo es nahezu unmöglich ist einen Parkplatz zu finden, entfällt. Parkticketgebühren in diesen Städten kosten teilweise bis zu 35 €/Tag. Staus sind einfach zu umgehen und der Ausfall öffentlicher Verkehrsmittel durch Streiks oder Unfälle ist auf einmal kein Problem mehr.

Ein gut ausgebautes System an Fahrradwegen führt u.U. sogar dazu schneller ans Ziel zu kommen als per Auto, Bus oder Bahn. Dies wird insbesondere in Großstädten bereits durch den Einsatz von Fahrradkurieren für die Beförderung besonders wichtiger  Dokumente deutlich. Nicht zu vergessen ist, dass Fahrradfahren gesund ist und uns aktiv und fit hält, es ist insofern ein gutes Mittel gegen Bewegungsmangel und Übergewicht.

Velib-Paris

Aufgrund der Tatsache, dass Fahrradstationen eine größere Anzahl Fahrräder zur Verfügung stellen, kann auch ganz spontan auf diese Fortbewegungsmöglichkeit zurückgegriffen werden. Es ist auch möglich auf diese Art  und Weise unterschiedliche Transportmöglichkeiten zu kombinieren, so kann ich beispielsweise morgens mit dem Bus ins Büro fahren, bei schönem Wetter aber nachmittags ein Leih-Fahrrad für den Weg nach Hause nutzen. Als Pendler kann ich so unterschiedliche Möglichkeiten miteinander verbinden, dies wird auch „Sandwich-Verkehr“ genannt.

Reparaturen und Unterhaltungskosten für das eigene Rad entfallen und im besten Fall sind die Mieträder gut gepflegt, gewartet und verkehrssicher. Bei einer Panne kann das Rad ausgetauscht werden und bei Diebstahl ist das Fahrrad versichert.

Zu den Betreibern solcher Systeme gehören u.a. JCDecaux (Cyclocity), Deutsche Bahn und Citybike Wien. Die Deutsche Bahn arbeitet beispielsweise mit Kooperationspartnern zusammen und stellt bundesweit ca. 250 Fahrrad-Vermietstationen am Bahnhof zur Verfügung. Mietpreise liegen durchschnittlich etwa zwischen 3,– und 12,70 Euro pro Fahrradtyp und Tag.

Citybike Wien bietet über 60 Bikestationen in ganz Wien an.

Die Nutzung ist einfach: Eine Registrierung online oder telefonisch genügt, dann kann direkt das Fahrrad ausgesucht werden. In diesem Zusammenhang muss die Bank- oder Kreditkartenverbindung zur Bezahlung hinterlegt werden. Durch Anruf der Telefonnummer, die sich auf dem Schloss-Deckel des Fahrrades befindet, wird der Ausleihwunsch bestätigt und das Fahrrad entriegelt. Los geht’s…

Photo Credits: photo 1 – Sir James, photo 2 – nhelvenston

 

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